Dienstag, 13. November 2012

Hab punkt um Sieben den ersten Schluck Kaffee genommen, so dass der Wecker klingelte und das Radio-Zeitzeichen ertönte. Kurz vorher hatte ich in Azzuro reingehört. Das hatte Kauli vorgestern mit der Bemerkung DasFindenSieJetztBestimmtLustig aufgelegt, nachdem ich Arturo Prisco gesprochen hatte. Ich war so verblüfft, dass ich ihm das gleich mailte. Es war verrückt. Es fühlte sich verrückt an. Ähnlich verrückt wie die Bemerkung über das Baumhaus, als ich mit Sebastian Schach spielte. Plötzlich bekam das Gespräch mit Prisco eine feierliche Schwere. Kauli-Schwere. Feuerwehrmann-Präsenz hat der am Mikro. Die habe ich nicht mal mehr, wenn ich eilig aufs Klo muss, hoffe ich. OK, dann kann ich nicht mal mehr gezielt fragen sondern nur aufzeichnen. Ich wäre mit dem Durchfall sowieso nie ein echter Feuerwehrmann geworden, auch nicht ohne Schizophrenie. Bin also wahrscheinlich wieder mal nur neidisch auf diese bedeutungsgeladene Ausstrahlung, die mir selbst inzwischen total abgeht. Huch, beim Unternehmerinnentreffen jede Einzelne für die Bildunterschrift nach Namen, Vornamen, Position und Firma fragen zu müssen, war auch so ein razziamäßiger Job. Mein Gekrakel war entsprechend. Die Gesichter, heul. Im Boden versinken zu können muss schön sein.

Hab gestern Blutwurst und Lakritze gegessen und den Eckberg-Rotwein getrunken. Der Wein ist schwer wie ein Portwein. Hab selten ein derartiges Mittelpunkterleben gehabt, obwohl ich das bei Lakritze meist sowieso habe. Dann bin ich ganz Bauch. Noch mehr als bei Cashewkernen und Trauben. So eine Grundzufriedenheit ist das, die sich dann in mir ausbreitet.

Hatte ich schon mit meinen Eisenwerten geprotzt? Es ist einer der wenigen Werte, auf die ich regelrecht stolz bin. Huchja, die edle Blässe unter Hämochromatose-Darstellern. Eine idiotische Diagnose. Hab schon wieder vergessen, wer zuerst darauf kam, danach zu suchen. Nicht mehr lange, dann hat es mich auch. Scheiß-Menopause. Den regelmäßigen Aderlass zu organisieren wird blöd. Ein unangenehmes Gefühl ist das Körperanteile zu verwerfen.

Montag, 12. November 2012

Am 14. Juni beschreibt das Protokoll eine DNS-Störung. Die Programmabstürze seien häufig, sagt Sebastian. Es klingt wie eine Krebsdiagnose.
Verkabelt ... Als ob heutzutage noch jemand Kabel nutzt um zu kommunizieren. Nur bei mir liegen überall sauerkrautartig Kabel rum, um nicht zu sagen op-mäßig. Es gibt nichts verkeimteres als Kabel, höchstens Telefone und Stethoskope. Ich weiß noch wie heute, wie eine Frau von mir verlangte, das Stethoskop vor der Untersuchung zu desinfizieren. Damals hatte ich vor lauter Waschzwang wunde Hände. Einsamkeit ist schon was Wunderbares. Man genießt dan eher Berührung. Sie wird etwas Besonderes. Wahrscheinlich macht Einsamkeit achtsamer. Hab heute Stephan nicht angerufen. Inzwischen ist es schon dreiviertel Elf. Stephan hat sich extrem verändert unter dem neuen Präparat. Aber ob er den Absprung aus dem Pflegeheim schafft? Was ist ein tatsächliches Ziel? Schwabeneder war vorhin komisch, fast unbeteiligt in seiner eigenen Sendung. Aus den Stimmen ist eben doch viel zu wenig herauszuhören, um auch nur einen Bruchteil der Gedanken herauszuhören.
Matuschke vermarktet grad seine zweite CD. Die erste hatte ich noch gekauft. Bei der zweiten ist die Luft raus. Von Dutch scheint Groke zu faszinieren. Ich bin so unzufrieden, vielleicht weil ich mich nicht so rückhaltlos wie Sebastian über Massage freuen kann. Ich könnte mir nicht mal mehr vorstellen Massage zuzulassen. Schon die ganze Zeit ein und dieselbe Körperhaltung beibehalten zu müssen wäre mir lästig. Ein bisschen ähnlich scheint es Charly zu gehen. Wenn ich zu ihm komme, blinkern zwar die Augen, aber sobald ich ihn streichle, ist er schon auf dem Rückzug. Nähe. Verdammt, ich werde schnell müde. Die Wohnung ist schon gut. Eigentlich wollte ich zum Training. Aber dann kamen mehrere Eventtexte, so dass ich Party-Berichte schreiben musste. Bin gespannt, ob die alle gedruckt werden. So viele Berichte hatte ich noch nie geschrieben. Noch zwei Wochen bis zur Augen-OP. Heute ist mir ein komischer Physiotherapeut begegnet. Der erzählte was von Erregung. Dabei sieht er tausende Menschen täglich. Vielleicht hat er auch geflunkert und war gar kein Physiotherapeut. Die Pupillen waren viel zu groß dafür. Ich hab noch nie einen Physiotherapeuten mit so großen Pupillen gesehen. Irgendwas stimmte nicht. Ich war selten so misstrauisch. Der kam mir extrem verkabelt und deshalb erregt vor. Müde. Bleierne Müdigkeit. Hab mich extrem abhängig bei so viel Erregung gefühlt. Ich hatte diese Müdigkeit schon wieder vergessen. Ich werde immer so schnell müde, sobald ich mich durch die Erregung meines Gegenübers eingeengt fühle. Tim geht das scheinbar auch so. Irgendwann muss ich lernen, Erregung positiv zu bewerten. Aber das hat noch Zeit.
Heute früh ließen sich wieder Webseiten nicht anzeigen. Es scheint ein tieferliegendes Problem zu sein. Ein Blick in die Systemprotokolle könnte hilfreich sein.

Klick auf Start -
rechte Maustaste auf "Computer" -
"Verwalten" -
links im Baum auf System -
Ereignisanzeige -
Windows-Protokolle,
dann rechte Maustaste auf das Protokoll "Anwendung" und
"Alle Ereignisse speichern unter" (einen beliebigen Dateinamen angeben) und dann das gleiche nochmal für das Protokoll "System" mit einem anderen Dateinamen.

Beide Dateien zippen (dürften ganz schön groß sein)
wie auch immer das geht

und Sebastian schicken

Aber da kommt irgendwas mit computer managing snapin launcher, sobald ich auf Verwalten klicke.
Was ist eigentlich der Unterschied zwischen Kabinett und Portwein? Der Wein aus Baden-Baden ist extrem schwer.
durchgestuftes Haar mit blonden Strähnen

Sonntag, 11. November 2012

Mike Caspers auf SR1
Geronimo

Geronimo

Geronimo
Thorsten hat Schell nach Erna Baumbauer gefragt, wie ich es mir per Mail von ihm gewünscht hatte :)

Es müffelt nach fauligem Obst. Putzzwang. So viel Wäsche gewaschen wie diese Woche hatte ich lange nicht. Ob das Geruchshalluzinationen sind?

Zu träumen tut gut. Noch ein paar Minuten und ich putze. Frisch geduscht noch mal ins Bett zu gehen verkneife ich mir in Zukunft, jedenfalls nach dem Lotosblüten-Duschbad.

Bin gespannt, ob Thorsten das H aus dem Wehrmutstropfen unter dem Jolie-Bild und das N aus Gundrun Landgrebe entfernen lässt oder ob er sich wie Groke über meine Krümelkackerei aufregt.

Das H hat schon was Aggressives. Ein aggressives H.

Samstag, 10. November 2012

Der Vorleser
Am Weingut Eckberg vorbei führt ein Weg neben dem Wiesenweg von Baden-Baden bis Gernsbach - viel durch den Wald. Der Weg ist schon sehr alt, aber erst vor 10 Jahren als Weinwanderweg ausgewiesen und kein Kulturerbe. Rotkäppchen ... Als ich noch nicht mal in die Schule ging, schenkte mir meine Schwabacher Oma kurz vor ihrem Tod eine Schwarzwälder Zelluloidpuppe mit rotem Bollenhut. Wenig später zog Opa zu Vaters Bruder (1.55)
nach Münchweier. Hab dessen jüngsten Sohn Gerhard angexingt. Sodele. Hab mir einen klassischen Yogi Tee mit Zimt, Ingwer, Nelken, Kardamon, schwarzem Pfeffer und Zitwerwurzel gebrüht.

Freitag, 9. November 2012

Samstag 20 Uhr Stephan in der Geschlossenen anrufen. Er ist wieder eingewiesen worden und bekommt ein ausgleichendes amerikanisches Präparat. Er sei jetzt bipolar und ist fixiert worden.

Michis Lieblingsduft vor ein paar Jahren. Ob ich ihm heute näher als beim Chatten damals bin, wenn ich den Duft auflege, während ich sein Video sehe?
Gedächtnisprotokoll zum Patientenrecht in der Psychiatrie, ein Blitzlicht

Hier die Liste der Personen, die öffentlich dazu auffordern, Menschen mit seelischen Problemen gegen deren Willen medikamentös zu behandeln und das mit der Gewalt begründen, die sie ansonsten einzusetzen bereit sind: mit Fixation.

Andererseits schreibt Matthias Schmidt über seine Fantasien, die das Gefesseltwerden einschließen. Es ist wie ein Hohn.



Behandlungszufriedenheit

Bei der Tumorbehandlung wird zum Ermitteln der Lebenszufriedenheit der Karnofsky-Index eingesetzt. Vielleicht lässt er sich nach einer Bearbeitung zum Messen der Behandlungszufriedenheit in der Psychiatrie anwenden. Ich fände es sinnvoll, ihn mit dem Schwerbehinderten-Ausweis abzustimmen.

Karnofsky-Index (übernommen aus Wikipedia):

100 % ECOG = 0 Keine Beschwerden, keine Zeichen der Krankheit.
90 % ECOG = 0 Fähig zu normaler Aktivität, kaum oder geringe Symptome.
80 % ECOG = 1 Normale Aktivität mit Anstrengung möglich. Deutliche Symptome.
70 % ECOG = 1 Selbstversorgung. Normale Aktivität oder Arbeit nicht möglich.
60 % ECOG = 2 Einige Hilfestellung nötig, selbständig in den meisten Bereichen.
50 % ECOG = 2 Hilfe und medizinische Versorgung wird oft in Anspruch genommen.
40 % ECOG = 3 Behindert. Qualifizierte Hilfe benötigt.
30 % ECOG = 3 Schwerbehindert. Hospitalisation erforderlich.
20 % ECOG = 4 Schwerkrank. Intensive medizinische Maßnahmen erforderlich.
10 % ECOG = 4 Moribund. Unaufhaltsamer körperlicher Verfall.
0 % ECOG = 5 Tod.

Informationen zum Schwerbehindertenausweis