Dienstag, 27. November 2012

Die nächsten zwei Tage würde ich ihn verfluchen, hatte Frank gesagt. Der erste Tag ist vorbei. Ich sehe noch schlimm aus. Zum Glück ist der Kühlschrank voll. Der zweite Tag soll angeblich schlimm werden, hatte die Frau auf dem Golfball gesagt. Hab den Verband über Nacht weggelassen und stattdessen mehrfach Salbe aufgetragen. Gegen Zehn ist die zweite Ibuprofen fällig, solange es nur ein ganz leichtes Ziehen ist. Erst mal frühstücken. Wetter.

Montag, 26. November 2012

Bin schmerzfrei. Habe Isopto-Max, Verbandmaterial und Ibuprofen mitbekommen. Dis Salbe enthält neben Dexamethason Polymyxin und Neomycin. Aber der Verband nervt.

Auf dem WDR schwärmt grad eine Heilpraktikerin für Curcuma: 30g Curcuma in 150 ml Wasser kochen. 200 ml Milch, 2 Teelöffel Mandelmus zugeben. Banane oder zerkleinern. Alles zusammen mixen.

Nina und Tim schenke ich einen Adventskalender von Markus Schürer. Hab ihn grad bei seiner Frau bestellt.


Hab Werner Adler gesprochen. Er interessiert sich für theoretische Psychologie, arbeitet in der Robotik und ist grad unterwegs von Barleben nach Nürnberg. Er erinnert mich ein bisschen an Xenon.

Ballerstadt Schnöggersburg kennt Google bislang noch nicht.

Avi Dichter war israelischer Geheimdienstchef und wird Minister für Zivilverteidigung. Sein Vorgänger geht als Botschafter nach Peking. Am Gymnasium in Barleben wird Chinesisch unterrichtet. Wirr. Häuserkämpfe. Dagegen sind die Dresdner Auseinandersetzungen am 13. Februar zum Glück Pillepalle.

Sonntag, 25. November 2012

Frisch geduscht nochmal unter die Decke zu kriechen tut gut. Nur noch einen Moment, dann brühe ich mir einen frischen Tee, auf dass die Augen weniger brennen und der Atem weniger trocken ist. Morgen um die Zeit ist die OP schon vorbei. Irgendwann geht es dann zumindest ins Solarium. Der letzte Tag ohne OP-Narbe im Gesicht.


Bleierne Schwere, ein Gefühl des Abhängig- und Ausgeliefertseins. Mit jedem weiteren Foto sehe ich müder und kraftloser aus, die Augenringe graben sich tief in die Höhlen, trotz Yogi-Tee.

Njuk Njuk Pichana finde ich nirgendwo.
Hab es mir nicht verkneifen können, heute früh in der Geschlossenen nach Stefan zu fragen, um zu sehen, ob er fixiert wurde oder Ausgang zu seiner Mutter bekommen hat und lediglich gefragt, ob er zu sprechen ist, worauf neben dem Pfleger eine Frau zu schreien begann und offensichtlich den Hörer nehmen wollte. Nein, er sei nicht da. Ein bisschen unheimlich war es schon.

Hab bei den Eltern geklingelt, um zu hören, wie es ihnen geht. Vater lässt sich in einer Woche in Halle sein Carpaltunnelsyndrom rechts von einer ehemaligen Schülerin operieren. Dazu nimmt er mit Mutter den Zug.

Thees spielt grad ein Badesalz-Interview ab, während ich blaste.

Samstag, 24. November 2012

Telefon

Lass die Finger von Emanuela ... Als ich dort gelegen hatte, war eine Nacht lang eine Emanuela mit mir im Zimmer, die einen extrem lauten Vibrationsalarm hatte. Ihr Telefon vibrierte fast die ganze Nacht. Das war allerdings meine letzte Nacht ohne Zwangsmedikation. Hab keine Ahnung, wann er fixiert wird. Eigentlich will ich es auch gar nicht wissen. Sygrest ist das Letzte. Schlimmer kann Fixation auch nicht sein.

2010:
Wahnsinnsprotokoll
, erstaunlich, dass das jemals funktioniert hat. Hab Ewigkeiten gebraucht, um in dem Nick Umkopierer zu erkennen.
Mango zu kauen und dem Nutella-Geschmack nachzusinnen ist eins. Hab gestern bei der Vietnamesin die Mango ganz frisch geschnitten bekommen und mir einen Weihnachtsstern mitgenommen. Schade, dass das Kranzgrün durch das Blitzlicht einen derartigen Blaustich bekommt

Wie duftet der Iran?

Freitag, 23. November 2012

Steckt in Versöhnen das Wort Sohn oder doch eher Sühne? Verzeihen? Erleben von Nähe? Aufgeben von Autonomie? Vertöchtern?

Um 11 interviewe ich meinen Ex-Chef. Hab die CD aufgelegt, die mir Nina grad zurückgegeben hat. Sie jetzt sehen zu können und zu umarmen wäre schön. Stattdessen taucht beim Googeln nach "Michael Albrecht Dresden" ein Gesangsstudent auf, der wahrscheinlich mit Nina an die Kreuzschule ging. Noch vier Minuten.

Hab grad acht Bewertungspunkte bekommen, zurückgeblättert und sie wieder verloren.
Gleichzeitiges, auf den ersten Blick wirr, aber eigentlich nur fremd. Am 24.10.2004 funktionierte mein erster Thinkpad noch. Wenige Tage später schlug der Blitz ein. Als dann zu Weihnachten 2004 ein Tsunami asiatische Küstengebiete überflutete, war ich bereit, es mit einer von Dilda nicht geschlossenen Tür in Zusammenhang zu bringen. 2007 starb er. Dieses MitAllemVerwobensein hatte zwar eine innere Magie, war aber offensichtlich nicht lebenserhaltend.

Donnerstag, 22. November 2012

André ist jetzt skeptischer, wenn es um Ritalin geht. Lichtenstein dagegen scheint es zu mögen.

Blasten, weit weg.

Es ist noch gar nicht so lange her, dass Gaddafi am Rande des G8-Gipfels 2009 in Italien verkündet hat, dass er die Schweiz zerlegen will. Die Zeit rast.

Wenn ich den Geschirrschwamm vier Minuten bei Maximalleistung in die Mikrowelle lege ...
Hab Conrad angeklickt. Mal sehen, ob dadurch die Schuppenflechte-Werbung verschwindet.

Mittwoch, 21. November 2012

Ältere Bekanntschaften und Freundschaften haben vor neuen hauptsächlich das voraus, dass man sich einander schon viel verziehen hat.

Johann Wolfgang von Goethe
Hab die Hofmann gefragt, ob sie mir besorgen kann, was die Pluhar geschrieben hat. Ich will sehen, wie sie grad drauf ist. Oder Uschi Obermaier? Oder die Curie? Woran erkennt man Glück? Wie fühlt es sich an? Ein Wechselspiel von Autonomie und Fürsorge macht für Revenstorf Liebe aus. Aber Glück? Stimmenhören? Endlose Telefonate? Musik? Ein fruchtig würziger Duft für Tim und Nina wäre schön.
Hab grad die letzten zwei Beutel der "Oase der Energie" aufgebrüht und beschlossen, eine Tee-Box zu kaufen, um meinen Rotbusch-Tee-Kaufzwang besser kontrollieren zu können. Im Moment bunkere ich ihn mit Ingwer, Vanille, Karamell und Orange. Daneben dumpfen drei Schwarztees vor sich hin: Earl Grey und Ostfriesen Teefix. Den Bronchialtee nehme ich vielleicht mit in die Redaktion. Drei Sorten habe ich inzwischen da.

Noch verrückter ist es bei den Nudeln: Spätzle, Weizen-, Vollkorn-Spaghettis, Faden-Suppen- und Reisnudeln.

An die Schachtel mit Spurenelementen und Vitaminpräparaten traue ich mich erst später ran.

Autsch, irgendwo in Bayern hat ein LKW Kies verloren, sagt Susanne Rohrer. Meine Augen tun mir jetzt schon weh, wenn ich an die OP am Montag denke.

Bei der "Oase der Energie" schmeckt die Brennnessel und die Brombeere deutlich vor. Nie wieder. Die restlichen Zutaten sind kaum zu spüren: Minze,Rooisos, Ingwer, Holunderblüten, Gingkoblätter, Citronengras, Zimt und Ginsengwurzeln sind da außerdem drin.